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«Love in Portofino»

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Ferrari und Portofino, alte Liebe neu entfacht.

Kennen Sie Portofino, die verträumte italienische Hafenstadt im Golf von Tigullien? In den 50ern und 60ern des vergangenen Jahrhunderts wurde sie weltbekannt. Zuerst durch das Lied «Love in Portofino» und dann durch den Film «Come Septembre» mit Gina Lollobrigida und Rock Hudson. Auch «Zwei in einem Auto» bediente sich der Pittoreske dieses Ortes als Schauplatz. Heute steht Portofino für Eleganz, Sportlichkeit und dezenten Luxus. Eine Steilvorlage für Ferrari. Die Marke hat den Ball aufgenommen – und 2017 den Portofino lanciert.

Ein Modell, das auf der technischen Seite mächtig was zu bieten hat. Power sowieso, aber auch Finessen, welche die Konkurrenz erschaudern lässt. Gleiches gilt für das Design und selbst wenn es letztlich Geschmacksache bleibt: Die schönsten Karosserieformen kommen immer aus Maranello, dem Hauptsitz von Ferrari. Designerschmieden wie Pininfarina, Scaglietti, Bertone oder Vignale stehen für zeitlose Kunstwerke.

Und dann ist Ferrari schlicht ein Mythos. Was die Marke unerreichbar für die Konkurrenz macht, ist am ehesten auf der metaphysischen Ebene zu finden. Wie das gemeint ist, lässt sich in Worte schwer fassen. Es ist die buchstäbliche Erfahrung, die das emotionale Bild dazu zeichnet. Ganz besonders, wenn diese Erfahrung mit dem wohl schönsten Roadster aller Zeiten die Sinne zum Glühen bringt. Der Ferrari Portofino, ein Cabrio, das dank Hard Top bei geschlossenem Verdeck zum kompromisslosen Coupé mutiert. Die Verwandlung dauert exakt 14 Sekunden und kann bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h durchgeführt werden. «Oben ohne» fahren ist, ausser bei Niederschlag, immer zu empfehlen, grad jetzt, wenn der Herbst die Welt in Farben taucht.

Apropos Farbe: Ferrari hat ein eigenes Rot für den Portofino entworfen, und nun darf geraten werden, wie es heisst – richtig! Rosso Portofino. Die spektrale Liebeserklärung an die mondäne Destination mit ihrer ruhmreichen Vergangenheit.

Die Historie verpflichtet

Die DNA des Ferrari Portofino stammt vom Modell California. Diesen Beinamen verwendete Ferrari erstmals für den 1957 in den USA lancierten, 250-GT-Spyder California. Die Marke Ferrari und die Hafenstadt Portofino gelangten in Nordamerika sozusagen in derselben Epoche zu grosser Beliebtheit.

Der ausschliesslich California genannte Ferrari wurde aber erst in diesem Jahrhundert gebaut (2008 – 2017). Er erwies sich als Volltreffer. Sein Nachfolger Portofino wird die Erfolgsgeschichte weiterschreiben, darüber gibt es spätestens dann keine Zweifel mehr, wenn man das Vergnügen hatte, dieses Auto auskosten zu dürfen. Zum Beispiel bei einem Weekendausflug von Luzern nach Interlaken mit Ziel VICTORIA- JUNGFRAU Grand Hotel & Spa. Ein Vergleich mit dem Luxus-Hotel Splendido in Portofino – es war die Hauptlocation im Film «Come Septembre» – ist gestattet. Beides sind Häuser voller Eleganz, Charme und Glamour.

Der Trip von Luzern ins Berner Oberland ist also quasi eine Reise zurück in die Zukunft. Dazu braucht es nicht den im gleichnamigen Hollywood-Klassiker zur Zeitmaschine umfunktionierten DeLorean DMC-12. Auch im Ferrari Portofino verlieren sich Raum und Zeit im relativen Nirgendwo. Mit diesem Heck angetriebenen Supersportauto durch die Kurven des Brünigpasses gleiten, vorbei an Seen, in denen sich Himmel und Berge spiegeln, aus den Lautsprechern der HIFI-Soundanlage das Lied «Love in Portofino», da gibt es kein Gestern und kein Morgen mehr, nur der ewige Augenblick, der im säuselnden Fahrtwind wie aphrodisierendes Parfüm in Glücksgefühle zerstäubt.

Wenn der Begriff «Zeit» bei Ferrari trotzdem zu einer fassbaren Grösse werden soll, dann hat der Portofino imposante Werte zu bieten. Der Sprint von 0 – 100 km/h ist in 3,5 Sekunden geschafft. Nach 10,8 Sekunden zeigt die Tachonadel 200-km/h und erst bei 320 km/h sei das Ende des Universums erreicht, sagen die Ferrari-Ingenieure. Wenn wir schon bei den Werksangaben sind: Der 3,9-Liter-V8-TwinScroll-Turbomotor generiert 600 PS (40 mehr als sein Vorgänger) und 760 Newtonmeter Drehmoment bei 3000 bis 5250 Umdrehungen pro Minute. Der Durchschnittsverbrauch wird mit 10,7 l/100 km deklariert. Realistischer ist, man kalkuliert mit einem Verbrauchswert ab mindestens zwölf Liter – je nach Fahrweise eben.

Bei geschlossenem Dach bietet der Kofferraum 292 Liter Laderaum. Dank Durchreiche können sogar zwei Golfbags mit ins Weekend genommen werden. Bei offenem Dach wird’s eher eng, die beiden Notsitze im Fond akzeptieren aber auch Gepäck.

Stempel «Alltagstauglich»

Der 4,59 Meter lange und fast 1,7 Tonnen schwere Ferrari Portofino (80 kg leichter als der California) begeistert mit seinem tadellosen Fahrverhalten und seinem enormen Leistungspotenzial. Kitzelts im Fuss und wählt man den Modus «Sport», besteht akute Gefahr von Ekstase. Das Erstaunliche, oder eher Eindrückliche: Der Ferrari Portofino kann auch ganz normal, sprich wie ein hundsgewöhnliches Auto bewegt werden. Er ist ohne Abstriche alltagstauglich, wobei Aufmerksamkeit und bewundernde Blicke stets zu seinen Begleitern gehören.

Noch ein Wort zur Qualität: Die ist bei Ferrari längst den heutigen Erwartungen angepasst. Nicht mehr so wie damals, als Gina Lollobrigida und Rock Hudson in Portofino drehten. Da mussten Ferrari-Besitzer erstens einen guten Garagisten kennen und zweitens nachsichtig sein mit dem nicht immer fehlerfrei springenden Pferdchen (cavallino rampante). Tempi passati. Heute nervt höchstens der Blinkerschalter im Lenkrad (besonders im Kreiselverkehr). Aber das ist Peanuts-Gemecker denn schliesslich will der Sieben-Gang-Doppelkupplungsautomat ja auch per Paddels geschaltet werden können.

Und dann ist das Wochenende leider viel zu schnell vorüber. Es heisst auschecken im wunderschönen VICTORIA- JUNGFRAU Grand Hotel & Spa und den Ferrari Portofino retour zum Händler (www.foitek.ch ) bringen. Auf der Heimreise fährt die Wehmut mit. Wehmut, die mit jedem gefahrenen Kilometer mehr in Übermut wechselt: «Ja, ich denke, den Portofino werde ich mir wohl leisten – vorerst mal im Traum.» Kostenpunkt: 226'471 Franken.

Jil Lüscher

 

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