Über mich – Text
Über mich
Hallo und herzlich willkommen in (m)einer Welt, die definitiv out of the ordinary ist. Schön, bist du jetzt gerade mein Gast. Ich duze dich, weil das unter jungen Menschen so üblich ist und jung sind wir doch. Lebenserfahren und jung geblieben, das zeichnet uns aus. Ein Privileg, finde ich.
Das Leben ist alles andere als langweilig. Meine positive Einstellung, meine Gitarre und ein Schutzengel, auf den ich mich verlassen kann, sind meine ständigen Begleiter. Texten Talken und Musik machen sind meine Leidenschaft.
Apropos: Privilegiert empfinde ich auch meine Biografie. Ich kenne ein Leben als Mann und eines als Frau. Bei der Geburt wurde mir aufgrund der «Hardware» das Geschlecht männlich zugewiesen. Dass meine Software weiblich ist, hat niemand gemerkt. Ausser mir selbst natürlich. Nur: ich hab’s 56 Jahre für mich behalten. So konnte ich von all den Vorteilen profitieren, die das Leben den Männern bietet. Und seit, als Jil kann ich das Leben auch als Frau rundum geniessen. Was besser ist? Beides, je nachdem.
Bis zum Coming-out habe ich ein Doppelleben geführt. Dieses Versteckspiel hat mich viel Energie gekostet. Das Coming-out war letztlich eine Entscheidung zwischen «Suizid oder Jil». (Siehe Blog-Beitrag «Flirt mit dem Tod»).
Jugendzeit
Nach der Bezirksschule in Schöftland, geriet ich in die Waschmaschine. Programm: «Lost in Space». Die Phase zwischen 14 und 27 Jahren war eine wilde Zeit. Am liebsten würde ich sie deleten. Aber das wäre schade. Ich habe so viele prägende Boomertime-Adventures erlebt, die heute wohl so nicht mehr möglich wären.
Zum Beispiel, als ich in Zofingen nach einem Konzert in die Garderobe von Alice Cooper spaziert bin, vorbei an allen Security-Posten. Dort habe ich eine rumliegende Tabakpfeife ergattert. Richtig vermutet, sie roch nicht nach Amsterdamer-Tabak.
Apropos Amsterdam: Die Reise dorthin per Anhalter hatte es in sich, Sex and Drugs & Rock`n`Roll lassen grüssen! Ein Wunder, dass ich dieses Abenteuer als 17jähriges Greenhorn heil überstanden habe.
Nach der Schule ab in die KV-Lehre, dann RS, danach temporär jobben. Arbeiten am Fliessband, am Schmelzofen, auf dem Bau, in Bahnwagons, als Model, als Chauffeur, als Verkäufer, PR-Manager, Import/Export, Schicht, Tankwart, Ski-Lehrer (zwei Saisons auch in Japan), Prüfungsexperte, Gitarren-Lehrer, Unternehmer. Post, Emmi, Camel, Bodum, VW, Agfa, Armasuisse, GranDeco-Ressort Japan, alles ehemalige Arbeitgeber. Auch das Schweizer Fernsehen gehört dazu.
Begegnung mit der Medienwelt
Beim damaligen Fernsehen DRS hat sich mir eine Welt aufgetan – out of the extraordinary, exzeptionell und hochgradig aufregend. Plötzlich war ich mittendrin im Glamour. Ich trank Bier mit Barclay James Harvest, ich schüttelte Peter Maffay die Hand, ich war Backstage bei Pink Floyd, ich stolperte in die Füsse von Sir Bob Geldoff, spielte als Komparse in Kurzfilmen mit und ich hatte eine Einladung zu einer Queen-Party mit Freddie Mercury. Wow, was für eine aufregende Zeit!
Trotzdem: 1989 habe ich das Schweizer Fernsehen verlassen und bin zum Zofinger Tagblatt gegangen. Ziel: Redaktionelle Erfahrung sammeln und hopp zurück zum Fernsehen, als DRS-Sportmoderator. Es funktionierte (vorerst) nicht. Hat sich das Schicksal beim Assessment getäuscht? Die Wahl fiel auf Regula Späni. Durch meine guten Kontakte in das Sekretariat der Sportredaktionsleitung erfuhr ich, dass man unbedingt eine Frau im Redaktionsteam haben wollte. Pech, dass ich mich damals noch als Mann beworben habe.
Japan
Im Jahr 2000 habe ich meine Zelte in der Schweiz abgebrochen und bin nach Japan übersiedelt. Ich habe unter dem Namen «Mission Japan» ein Office in «Tokio-Schwammendingen» eröffnet. Der Ort hiess Tamareien, er lag ca. 30 Minuten ausserhalb von Tokios Zentrum Shinshuku. Ich habe Hintergrundberichte zur bevorstehenden Fussball-WM 2002 in Japan und Südkorea geschrieben. Um finanziell über die Runden zu kommen, habe ich mich diversifiziert und Sprachunterricht gegeben, Deutsch, Französisch und Englisch. Das Wort Fenêtre (Fenster) ist für die Japaner unser Chochichäschtli für Fremdsprachige. Die Wintermonate verbrachte ich als «Schweizer Skiinstructor» im Hotelresort Gran Deco. Ich war komplett in die Arbeitswelt Japans integriert und lernte die japanische Kultur quasi von innenheraus kennen.
Zurück in der Schweiz absolvierte ich ein CAS-Nachdiplomstudium an der Hochschule für Wirtschaft in Luzern (HSLU). Fachrichtung Marketing und Kommunikation. Es war eine Ergänzung zu meinen Lehrgängen in der Ringier-Journalistenschule und am MAZ.
Auch beim Schweizer Radio- und Fernsehen genoss ich viele interne Schulungen in Journalismus. Spannend war der Lehrgang zum Thema «Wie schreibe ich eine Sitcom» mit Charles Lewinsky. Ab 2006 bis über meine Pensionierung hinaus war ich in einem Teilzeitpensum beim Radio SRF, Regi AG/SO, als Sportjournalistin engagiert. So schaffte ich es doch noch ans Mikrofon der SRG. Bis zu meiner Pensionierung 2024 durfte ich über viele spannende Randsportarten berichten und «Rollercoaster» mit dem FC Aarau fahren.
Zum Portfolio meiner Agentur stylish GmbH gehörten Publikation aus der Welt der Medizinethik («Thema im Fokus») der Ofenbaubranche («Das Fachmagazin») des Motorsports («Motor Journal») und immer wieder Pressereisen in alle Welt, hauptsächlich zu den Themen Mobilität/Autos, Tourismus, Kulinarik, Brauchtum, Gastronomie/Hotellerie.
Musik
Und immer wieder die Gitarre: Sie hat mich durch alle Turbulenzen hindurch getragen. Sie war in der Jugendzeit meine ständige Begleiterin, Musikerin wollte ich aber nicht werden, eine andere Leidenschaft hatte Vorrang: Mein Traum, als Pilot im Cockpit eines Flugzeuges, um die Welt zu fliegen, ist ein Traum geblieben, den Traum von einer Musikkarriere will ich nun definitiv nicht nur träumen, sondern ausleben. Zu meinen Songs bekomme ich immer wieder positive Feedbacks. Ich produziere sie zusammen mit dem Programm Suno, wobei die Texte immer aus meiner Feder stammen.
Hund
Seit der Border Collie Johnny in mein Leben gekommen ist, ist alles anders geworden. Johnny ist mein Fitness-Studio auf vier Pfoten. Er will bewegt und beschäftigt sein, seine Energie ist grenzenlos, seine Batterien nie leer. Es heisst, Border Collies sind Espresso-Maschinen auf Red Bull. Kann ich bestätigen. Johnny ist der schönste Hund auf dieser Welt. Ein Hund, der meinen Tagesrhythmus bestimmt und mit zu einem ganz besonderen Song inspiriert hat (Link zum Song Johnny).
Stylish.ch – da spielt definitiv die Musik! Ich lade die ein, in (m)eine Welt einzutauchen, in der auch du deinen Platz hast. Sei herzlich willkommen.